Ablauf ambulante Operation

Wenn Sie sich entschlossen haben, eine ambulante Operation durchführen zu lassen, sind einige Vorbereitungen erforderlich, um einen reibungslosen und sicheren Ablauf zu gewährleisten. 

OP-Aufklärung und Einverständniserklärung

Sie werden über Art und Umfang der Operation und ihre Risiken informiert. Zusätzlich zum direkten Gespräch erhalten Sie ein Formular, die Einverständniserklärung. Nachdem alle Ihre Fragen geklärt sind, müssen Sie dieses Formular unterschreiben. Die OP-Einverständniserklärung muss spätestens einen Tag vor der OP in der Praxis vorliegen. Ohne Ihre Einverständniserklärung ist keine Operation möglich.

Sie erhalten je nach Art der Operation Rezepte für Medikamente und/oder Hilfsmittel, die Sie nach der Operation benötigen. Lösen Sie die Rezepte schon vor der OP ein.
 

Laborwerte

Vor der Operation müssen Sie Ihren Hausarzt aufsuchen, um bestimmte Blutwerte überprüfen zu lassen. Sie erhalten hierzu ein Merkblatt von unseren Mitarbeiterinnen. 

 

Narkose-Aufklärung und Einverständniserklärung

Sie werden über die Art der Narkose und ihre Risiken aufgeklärt. Die Aufklärung wird von erfahrenen Anästhesisten von Anästhesio im Medical Center Düsseldorf in der Regel am Tag der Operation vorgenommen.

Unsere Praxis bestätigt Ihnen in aller Regel telefonisch noch einmal den OP-Termin, wenn der Termin nicht in Ihrer Gegenwart mit dem OP-Zentrum vereinbart wurde. Erst nach dieser Bestätigung ist der Termin für Sie sicher. Hier geht es weiter mit Informationen über das OP-Zentrum und die OP-Planung. Die Operationen werden im Medical Center Düsseldorf auf der Hans Günther Sohl Strasse 6-10 in Düsseldorf durchgeführt.

Alle Operationen finden in Vollnarkose mit einer sogenannten Blutsperre statt: Bei den Narkosen wird ganz überwiegend die sogenannte Larynx-Maske eingesetzt. Hierbei wird lediglich eine Art Deckel über den Kehlkopf gelegt und Sie dadurch sicher beatmet. Die Narkose ist dadurch insgesamt viel besser verträglich. Bitte halten Sie sich unbedingt an die Anweisungen der Narkoseärzte in Bezug auf die letzte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme!

Bitte führen Sie eine Woche vor einer geplanten Fußoperation keine Fußpflege mehr durch, weil die hierbei manchmal entstehenden kleinen Verletzungen ein Infektionsrisiko darstellen!

Bei ambulanten Operationen ist das Tragen einer weiten Hose (eines Rockes) sinnvoll, damit diese(r) problemlos über den anfangs recht dicken Fußverband geführt werden kann. Bitte cremen Sie Fuß und Unterschenkel an diesem Tag nicht ein, da dies die zuverlässige Desinfektion der Haut beeinträchtigen könnte. Es darf sich kein Nagellack mehr auf den Zehennägeln befinden.

Wenn Sie sicher eingeschlafen sind, wird eine besonders stabile „Blutdruckmanschette“ (Blutsperre) um Ihren Oberschenkel gelegt und mit hohem Druck (ca. 300 mm Hg) aufgeblasen, damit es während der Operation nicht blutet und die Sicht jederzeit optimal ist. Hautschnitte für die Spreizfußkorrektur verlaufen nicht auf dem Fuß, sondern entlang der Innenseite. In Abhängigkeit von der Art der Operation werden sie zwischen ca 6 und ca 12 cm lang sein. Noch während der Narkose wird mit mehreren Spritzen am Fuß eine länger anhaltende Betäubung des Fußes sichergestellt. Diese wird die nach der Operation entstehenden Schmerzen deutlich vermindern. Als Folge dieser Betäubung („Fußblock“)  kann sich  der gesamte Fuß viele Stunden nach der Operation noch taub anfühlen.

Der erste Verband wird absichtlich sehr fest gewickelt, um die Nachblutung so gering wie möglich zu halten. Manche Patienten empfinden deshalb außen am Fuß mehr Schmerzen, als im OP-Gebiet, da der Verband an der Außenkante sehr drückt. In solchen Fällen dürfen Sie den Verband außen, d.h. entlang der Kleinzehe komplett bis auf die letzte Faser aufschneiden und anschließend direkt wieder improvisiert zusammenkleben (Pflaster, Tesafilm etc.). Trauen Sie sich!

Zusätzlich erhalten Sie Schmerztabletten die Sie bitte einmal pro Tag einnehmen sollen, auch wenn Sie keine starken Schmerzen haben, da diese Medikamente auch abschwellend wirken. Schmerztropfen können Sie einnehmen, wenn in der ersten Zeit doch einmal stärkere Schmerzen eintreten sollten.

Führen Sie vor einer Fuß-Operation bitte keine Fußpflege mehr durch. Kleinste Wunden stellen ein großes Infektionsrisiko dar.

Beachten Sie bei der Wahl Ihrer Kleidung für den OP-Tag, dass sich der Umfang des operierten Armes oder Beines durch den angelegten Verband (und Drainage, s.u.) erheblich vergrößern kann, wählen Sie daher weite oder aufknöpfbare Kleidungsstücke.

Im OP-Zentrum (1.Stock) werden Sie von Mitarbeitern begrüßt und kurzfristig in das Wartezimmer geleitet. Anschließend geht es in den Umkleideraum, wo Sie Ihre Kleidung in abschließbaren Spinden deponieren können. Ihre Unterwäsche können Sie anbehalten. Eine Schwester oder ein Pfleger bringt Sie dann zu Fuß in den Operationssaal. Spätestens hier treffen Sie auch noch einmal auf Ihren Operateur, bevor die Narkose eingeleitet wird.

Narkosearzt/ -ärztin und eine Schwester bereiten Sie nun für die Narkose vor. Hierzu wird in aller Regel eine Kanüle am Arm gelegt und eine Infusion angeschlossen.
Parallel dazu trifft der Operateur erforderliche Vorbereitungen, OP-Schwester oder –Pfleger legen die benötigten Instrumente zurecht.
Anschließend wird die Narkose eingeleitet und Sie schlafen einfach ein. Die Operation beginnt erst, wenn sichergestellt ist, dass die Medikamente wirken und Sie von dem Eingriff absolut nichts mitbekommen.

Unmittelbar nach der Operation wachen Sie wieder auf. Manche Patienten können sich bereits im Operationssaal unterhalten, andere sind noch schläfrig und werden erst im Aufwachraum wieder richtig wach. Das operierte Körperteil ist durch einen Verband geschützt, eine Drainage (kleiner Plastikbehälter zur Aufnahme von Wundsekret) wird heutzutage meistens nicht mehr eingesetzt.

Zur Schmerztherapie erhalten Sie Medikamente über die vorher gelegte Infusion, das operierte Körperteil wird leicht erhöht gelagert und gekühlt.

Die Narkoseärzte entscheiden, wann Sie nach Hause gehen dürfen. Bitte sorgen Sie für den Heimweg unbedingt für eine Begleitperson. Gerne werden Mitarbeiter des OP-Zentrums auf Wunsch Ihre(n) Abholer/in anrufen.
  

Nach Fußoperationen erhalten Sie von uns ein Merkblatt, dass noch einmal die wichtigsten Richtlinien für die Nachbehandlung enthält.  

Es ist ratsam

  • das operierte Körperteil zu schonen
  • hochzulegen und zu kühlen
  • rezeptierte oder mitgegebene Schmerzmedikamente einzunehmen und 
  • Hilfsmittel (z.B. spezielle Schuhe oder Unterarmgehstützen) zu benutzen.


Sollten in der Nacht unvorhersehbare Ereignisse auftreten, haben Sie die Möglichkeit, uns und die Narkoseärzte unmittelbar über mitgegebene Telefonnummern zu erreichen.

Ein Sichtbarwerden von kleineren Blutungen durch den Verband hindurch ist bedeutungslos. Schützen Sie lediglich Ihre Kleidung und/oder Bettwäsche vor Verunreinigung. Bei starken Blutungen durch den Verband (äußerst selten) rufen Sie bitte an.

Bei manchen Fußoperationen wird zusätzlich eine Narkose am Fuß gesetzt, die auch nach der Operation noch zu einem Taubheitsgefühl am Fuß führt. Wenn Sie also nach dem Aufwachen Ihre Zehen nicht normal spüren, so liegt es an dieser Betäubung, die gleichzeitig auch zu einer deutlichen Schmerzlinderung führt!
Die mitgegebenen Schmerzmedikamente wirken teilweise auch abschwellend, bitte nehmen Sie sie ein, auch wenn Sie keine starken Schmerzen haben.

Bitte bedenken Sie, dass die körperliche Schonung auch bei geringen Schmerzen Ihren wichtigsten Beitrag zum zügigen und ungestörten Heilungsverlauf darstellt!

Am nächsten Tag stellen Sie sich bitte wieder in der Praxis vor. In der Regel haben Sie hierzu einen Termin erhalten. Sie kommen an diesem Tag aber immer bevorzugt an die Reihe, da Sie frisch operiert sind.

Risiken:

Jede Operation hat Risiken. Auch wenn die Operation optimal abläuft, der Patient alle Verhaltensregeln genauestens befolgt, können Komplikationen entstehen, welche für die Betroffenen mit erheblichen, im schlimmsten Fall dauerhaften Beeinträchtigungen verbunden sein können. Bei der Bewertung von Komplikationen muß stets gefragt werden, wie groß die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten solcher Probleme ist. Die meisten nachfolgend genannten Komplikationen sind außerordentlich selten:

  • Wunden können bluten
    (lebensbedrohliche Blutungen sind eigentlich ausgeschlossen, stärkere Blutungen führen zu einer stärkeren Schwellung und damit zu einer verzögerten Gesamtheilung)

  • Wunden können sich entzünden
    (aus einer Entzündung (Infekt) kann sich im schlimmsten Fall ein den gesamten Körper erfassender Allgemeininfekt entwickeln (Sepsis):ganz extrem selten)

  • Es kann zu Wundheilungsstörungen kommen
    (auf dem Boden einer starken Blutung, eines Infektes, einer Abwehrschwäche oder einer Stoffwechselstörung. Dadurch kann sich die Gesamtheilung erheblich verzögern)

  • Es können Strukturen in der Umgebung verletzt werden, wie Sehnen, Nerven oder Blutgefäße
    (dies wären ernste Komplikationen, da hierdurch dauerhafte Funktionsstörungen, Gefühlsstörungen etc. entstehen könnten)

  • Durchtrennte Knochenstücke können nicht wieder richtig zusammenwachsen
    (Bildung sogenannter Falschgelenke, „Pseudarthrosen“ oder Absterben von Knochenteilen, welche die Heilungsdauer erheblich verzögern würden und ggf. sogar weitere operative Eingriffe erforderlich machten)

  • Entwicklung einer Thrombose (Blutgerinnsel in den Beinvenen) und zusätzlich einer Embolie (Thrombus wird in die großen Lungenadern abgeschwemmt, Lebensgefahr!)
    (die heute mögliche Vollbelastung des Fusses reduziert die Gefahr einer Thrombose ganz erheblich, zusätzlich erhalten Sie Spritzen gegen Thrombose) 

Erschrecken Sie nicht, wenn der Fuß nach der Operation stark geschwollen ist oder wenn sich im ersten Verband verhältnismäßig viel Blut befindet. Diese Phänomene stellen keine Komplikation dar, sondern sind normaler Bestandteil der ersten Zeit nach einer Fußoperation.

 

Kosten:

  • Gesetzliche Krankenkassen übernehmen derzeit vollständig die Kosten der operativen Behandlung.

  • Private Krankenkassen übernehmen in aller Regel die Kosten einer derartigen Operation. Sollte es Schwierigkeiten mit der Rechnung geben, berücksichtigen Sie bitte, dass manche der modernen und komplizierten Operationsverfahren  im Bereich des Fusses selbst in der orthopädischen Fachwelt im Detail nur wenig bekannt sind. Um so mehr ist bei den Sachbearbeitern der Krankenkassen mit Informationsdefiziten zu rechnen, die zu Mißverständnissen führen können. Bitte sprechen Sie unsere Praxis kurzfristig an, wenn es zu Problemen kommt. Bisher konnten fast alle aufgeworfenen Fragen zur Zufriedenheit der Beteiligten geklärt werden.

  • Selbstzahler können sich vor einer geplanten Operation (gemäß GOA) einen Kostenvoranschlag erstellen lassen, welcher die entstehenden Kosten zuverlässig und transparent darstellen wird.

 

Fazit:

Wenn Sie nach dem Studium dieser Seiten den Eindruck gewonnen haben, dass für Sie eine Fuß-Operation in Frage kommen könnte, klären Sie zunächst folgende Punkte:

  • Könnte bei Ihnen derzeit grundsätzlich etwas gegen eine Allgemeinnarkose sprechen?
  • Sind bei Ihnen erhebliche Komplikationen bei früheren Operationen aufgetreten?
  • Ist die Durchblutung an Ihrem Bein gestört?
  • Ist Ihre Blutgerinnung gestört?
  • Könnten äußere Umstände verhindern, dass Sie die Richtlinien der Nachbehandlung nicht berücksichtigen können?
  • (Teilbelastung des Fusses, Treppensteigen, Haushalt, Einkaufen, Autofahren, Dauer der Arbeitsunfähigkeit, zeitweise kein Sport)
  • Besteht eine Unverträglichkeit (auch Allergie) gegen Diclofenac (Voltaren)?

Wenn Sie alle Fragen mit „nein“ beantwortet haben, sollten Sie einen weiteren Gesprächstermin mit unserer Praxis vereinbaren. Bitte erwähnen Sie, dass Sie sich wegen einer Fußoperation informieren möchten und vermeiden Sie wenn möglich stark frequentierte Zeiten in der Praxis wie Montag-Vormittag.

Sollten Sie bereits eine Einverständniserklärung zugeschickt bekommen haben, bringen Sie diese ohne etwas unterschrieben zu haben mit! 

Manchmal wird der Fuß mit einer Digitalkamera fotografiert. Frauen vereinfachen diesen Vorgang, wenn sie an diesem Tag keine Strumpfhose tragen.

Weiterhin erhalten Sie ein Rezept mit einem 

  • Schmerzmittel, welches auch abschwellend wirkt (in der Regel den Wirkstoff Diclofenac)
  • Fertigspritzen gegen Thrombose (die erste dieser Spritzen bringen Sie bitte in den OP mit, die zweite Spritze am Tag nach der Operation in unsere Praxis, denn wir zeigen Ihnen dann, wie Sie (oder eine dritte Person) sich diese Spritzen für eine weitere Woche selbst in Oberschenkel oder Bauchhaut spritzen,
  • einem starkes Schmerzmittel in Tropfenform für den Fall, dass Sie in der ersten Nacht doch unter stärkeren Schmerzen leiden sollten. 

Es ist nicht sinnvoll, erst starke Schmerzen entstehen zu lassen („ich halte das aus“). Wer am Anfang stärkere Schmerzen hat, leidet meist auch in der Folgezeit unter stärkeren Schmerzen!

Sie erhalten eine Liste mit weiteren Terminen zur Vorstellung in der Praxis (in der Regel am 1. Tag nach der OP, nach einer Woche, nach zwei Wochen, dann abh. von der Operationsmethode). Nach zwei Wochen kann meist auf einen Verband verzichtet werden, der Schuh wird dadurch in Relation zum Fuß „weiter“.

Manche Patienten beschreiben dann ein einsetzendes Unsicherheitsgefühl, einige wenige sind sogar mit dem Schuh umgeknickt und in ganz seltenen Fällen ist es dadurch sogar schon zum Bruch der operierten Knochen gekommen. Man sollte also stets versuchen, „bewusst“ und konzentriert aufzutreten.

Bei den meisten Operationen sollte nach etwas mehr als zwei Wochen mit Krankengymnastik begonnen werden. Eine Wochen nach der OP werden wir Sie daher bitten, sich um entsprechende Termine zu bemühen.

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